Showroom bei hsl

Fotografie in der Sphäre des Realen

Showroom

Mit welchen Möglichkeiten zeitgenössische Fotografie über die bloße Abbildhaftigkeit hinaus in eine zusätzliche Ebene transportiert werden kann, zeigen Fotokünstler in enger Zusammenarbeit mit dem hsl Fachlabor. In direkter Nachbarschaft zum Labor werden fotografische Arbeiten gezeigt, die sich wegorientieren von dem reinen Abbild hin zum Objekthaften.
Johannes Döring, Christine Erhard, Markus Hoffmann, Juergen Staack und Martina Sauter sind der Einladung von hsl gefolgt, für das Duesseldorf Photo Weekend Fotoarbeiten zu realisieren.

Showroom - Juergen Staack - "DMZ (Nordkorea)" 2019 - Foto Ivo Faber

Juergen Staack - "DMZ (Nordkorea)" 2019 (Sand und Sound) - Foto Jürgen Halfar

Für die Produktion der Arbeiten wurde der 2018 installierte UV-Plattendirektdrucker eingesetzt. Der Showroom zeigt, welche Möglichkeiten der UV-Direktdruck für die Realisation von Kunst bietet.


Gerd Stenmans (Geschäftsführer hsl): Wir wissen, was unser UV-Direktdrucker im Alltag der Bilderproduktion leistet. Für mich aber war es ein Anliegen auszuloten, welche Möglichkeiten es im Bereich der künstlerischen Fotografie gibt. Die eingeladenen Künstler schöpfen das Potenzial der technischen Möglichkeiten voll aus.

 

Markus Hoffmann, „Heimat” 2019

Abb.: Markus Hoffmann, „Heimat” 2019;
Foto: Jürgen Halfar

Diese Fotografieobjekte wurden außerhalb der Standarddruckverfahren hergestellt. Sie zeigen eindrucksvoll die technischen Möglichkeiten der Bildproduktion unter dem Einsatz unkonventioneller Druckmedien als zusätzlichen gestalterischen Bestandteil eines Gesamtkunstwerkes.

Seit mehr als 30 Jahren ist die hsl Fachlabor GmbH über die Grenzen Düsseldorfs hinaus als bedeutender Partner namhafter Fotokünstler und Fotografen bekannt. Künstlerinnen und Künstler lassen dort ihre fotografischen Werke produzieren und können auf eine große technische und handwerkliche Spanne von klassischen bis hin zu modernsten digitalen Produktionsverfahren zurückgreifen.

Das Fachlabor genießt deshalb einen hohen Stellenwert innerhalb der zeitgenössischen Fotografie und nimmt aus diesem Grund am Duesseldorf Photo Weekend 2019 mit einer Ausstellung teil.

duesseldorfphotoweekend.de/

Die ausstellenden Künstler und Künstlerinnen:

Johannes Döring: Johannes Dörings Interesse gilt dem Verlust des Körperlichen in der Fotografie durch die digitale Übersetzung und ihre Auswirkungen in der Wahrnehmung zwischen Subjekt und Objekt. Hierfür hat er ein Verfahren entwickelt, in dem er aus einer jeweiligen analogen Fotografie eine Plastik modelliert und diese wieder mit sich selbst belichtet. Bedingt durch die sich aus den Modellierungen ergebenen Formen entstehen Verschattungen, die ein Dazwischen bilden. Der entstehende Widerspruch zwischen dem klassischen Verständnis der Fotografie und ihrem Objektsein im Raum lässt eine Ambivalenz zwischen der Gegenwart innerhalb der unmittelbaren Betrachtung und der Fotografie in ihrer Zeit entstehen.
johannes-doering.de/  

Showroom - Johannes Döring - "Dianegativ” 2019, Foto Ivo Faber

Johannes Döring - "Dianegativ” 2019, Foto Ivo Faber

Christine Erhard: In komplexen Beziehungen zwischen einzig für den Kamerablick konzipierten räumlichen Konstellationen und fotografischen (Re-)Konstruktionen sucht Christine Erhard nach Verfahren, verschiedene, die Wahrnehmung bestimmende Realitätsebenen zusammenzubringen. Sie untersucht dabei die Möglichkeiten und Auswirkungen von Reproduktion und Rekonstruktion.
In ihren fotografischen Arbeiten werden vielfach zweidimensionale Bilder zu Vorbildern für plastische Konstruktionen, die ihrerseits fotografiert werden, so dass sich verschiedene Reflexions- und Realitätsebenen überlagern.
christineerhard.de/  

Showroom - Christine Eberhard - "Untitled" 2019 - Foto Ivo Faber

Christine Eberhard - "Untitled" 2019 - Foto Ivo Faber

Markus Hoffmann: Einen Schwerpunkt der Arbeiten von Markus Hoffmann bildet die Beeinflussung des Menschen durch Werbung und andere äußere Faktoren. Hierbei setzt er auch deren Reize und Mechanismen bildlich um. Andererseits beschäftigt er sich auch damit, wie der Mensch mit sich selbst umgeht – mit Zielen, Vorsätzen, Wünschen und Plänen. Dabei stößt er häufig auf die Frage nach unseren Wurzeln und schlussendlich, wohin wir uns als Menschen gesellschaftlich entwickeln.
markushoffmann-artist.de

Martina Sauter: Martina Sauter beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit fotografischen und filmischen Inszenierungen. Das narrative Potenzial des Filmes nutzend, operiert sie im Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion. Filmische und Fotografische Bildwelten verschmelzen dabei zu einer neuen Bildgeschichte, obwohl sie durch reliefartige versetzte Bildträger stets auf Distanz bleiben. 

Showroom - Martina Sauter - "Eule" 2019 - Foto Ivo Faber

Martina Sauter - "Eule" 2019 - Foto Ivo Faber

Juergen Staack: Juergen Staacks Arbeiten bewegen sich in Grenzbereichen der Fotografie – Bildern und Bildentstehung. Dabei eröffnen sich grundsätzliche Fragen, die geprüft und bearbeitet werden. Was ist ein Bild? Was macht ein Bild aus? Wie, wann und wo entsteht es? Welchen Stellenwert bekommt ein Bild in einer Welt, die geprägt ist von visuellen Reizen? In verschiedenen Ansätzen hat er Bildoriginale verloren, uminterpretieren und verfallen lassen, ausgetauscht, in Akustik gewandelt, codiert und erfahrbar gemacht. In seinen Arbeiten spielt auch die Kommunikation und Pseudo-Kommunikation eine wichtige Rolle, die er medienübergreifend anwendet.
juergenstaack.com/